Mit einer enormen Beteiligung von 225 Personen haben wir in Köln unsere bundesweite Multiplikator_innenversammlung abgehalten. Mitglieder der Ortsebene konnten sich zu den Themen Flucht und Asyl, Inklusion von Menschen mit Behinderung, eigene Diskriminierungserfahrungen und Hate Speech im Internet austauschen. Auch die Ergebnisse unserer "Tacheles!"-Onlineumfrage wurden besprochen.

Durch die Ausstellung „Man hat sich hierzulande daran gewöhnt“ der Amadeu-Antonio-Stiftung wurde auch das Thema Antisemitismus an die Mitglieder herangetragen. Die Versammlung hat das Leitmotto des BDAJ für die Jahre 2017 bis 2019 erarbeitet: „Gegen Gewalt – für ein respektvolles Miteinander“: Es ist unsere Pflicht, uns dem Thema Gewalt und Diskriminierung zu widmen, uns selbstkritisch zu hinterfragen und Präventionsarbeit zu leisten. Der Bundesvorstand wird sich für eine Gesellschaft einsetzen, in der unsere Mitglieder frei von Diskriminierungen leben können.

Meinungsfreiheit bildet die Basis einer demokratischen Debattenkultur. Gleichzeitig verroht Sprache, besonders in den sozialen Netzwerken, immer mehr. Wir Mitglieder des BDAJ geben Hass und Hetze keinen Raum, sprechen uns wo und wann es geht dagegen aus und bewahren einen respektvollen Ton in der Auseinandersetzung mit Andersdenkenden. Beleidigungen und die Wiederholung von Vorurteilen gehören nicht zu unserer Sprache.

Unsere religiöse, kulturelle und politische Bildungsarbeit soll die Wertschätzung von Vielfalt und individuellen Lebensentwürfen bestärken. Damit einher geht die kritische Auseinandersetzung mit Diskriminierung und Gewalt in unserer Gesellschaft. Das respektvolle Miteinander darf sich nicht auf die Zivilgesellschaft beschränken, sondern muss auch in den staatlichen Behörden, im Bildungswesen und auf dem Arbeitsmarkt gelebt werden.

Wir begleiten kritisch die Aufklärung der NSU-Verbrechen und fordern Politik, Verwaltung und Staatsschutz auf, sich einer lückenlosen Aufarbeitung der Geschehnisse zu widmen. Der Verdacht eines in Deutschland vorherrschenden institutionellen Rassismus konnte bisher nicht widerlegt werden und wird durch anhaltendes Racial Profiling (sogenannte verdachtsunabhängige Kontrollen) erhärtet.