Am Freitag, 23. November 2018, trafen sich einige KLJBlerinnen und KLJBler „Auf ein Bier mit…“ Kamer Güler, dem Bundesvorstand des BDAJ.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde beschrieb Kamer zunächst, was den alevitischen Glauben ausmacht und was die großen Unterschiede zum Islam oder Christentum sind. Der alevitische Glaube könne als Weg verstanden werden, bei dem es weniger darum geht, einen konkreten Gott zu verehren – vielmehr besinne man sich darauf, ein guter Mensch zu sein. Auch die Verbundenheit zur Natur und die Musik spielen bei den Aleviten eine große Rolle.

Durch Musik wurde der Glaube weitergegeben, Niedergeschriebenes gibt es nur ganz wenig. Anders als Moslems besuchen Aleviten keine Moscheen, auch Alkohol oder Schweinefleisch sind bei ihnen kein Tabu. Dass Kamer vegetarisch lebt, ist also keine Vorschrift seines Glaubens, sondern sein persönlicher Wunsch.

Schon während Kamers einführenden Worten kamen erste Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf und so entstand ein angeregtes Gespräch über Gottesdienste und Cem-Zeremonien, doppelte Staatsbürgerschaften, Hochfeste des alevitischen Glaubens und was die deutschen Aleviten an den Weihnachtsfeiertagen tun, über Traditionen und Rituale, die Situation der Aleviten in der Türkei und natürlich auch über die beiden Jugendverbände BDAJ und KLJB.

Die Teilnehmenden waren überrascht, wie viele Aleviten in Deutschland leben und wie wenig sie trotzdem über diesen Glauben wussten. Das habe sich nun geändert.

Das Gespräch wurde auch als gewinnbringend für die Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben bewertet, da man durch Kamers Fragen angeregt wurde, sich dahingehend zu reflektieren.