33 TeilnehmerInnen aus elf Ländern waren im Juli vier Tage zum Thema „Extremismus in Europa“ zu Gast bei der KLJB in Mainz und das Ergebnis des Seminars ist mehr als sehenswert: Innerhalb kürzester Zeit einigten sich die TeilnehmerInnen auf eine Position, die die europäische Landjugend gegenüber Extremismus und Radikalismus, aber auch gegen Populismus in Zukunft ins Feld führen kann. Das Positionspapier wird auch bald bei der MIJARC Europa (Dachverband der KLJB auf Europaebene) verfügbar sein.

Themendefinitionen von Radikalisierung, Extremismus und Populismus sowie landesspezifische Eigenheiten der verschiedenen europäischen Länder kamen beim Seminar ebenso zur Sprache wie die Erinnerung an die Vergangenheit: Bei einer Exkursion ins ehemalige Konzentrationslager Osthofen gingen die TeilnehmerInnen der Frage nach, wie der Extremismus der 30er und 40er Jahre in der Katastrophe des Nazi-Regimes enden konnte. Ein Highlight des Seminars war die Diskussion, inwiefern Religion Extremismus erzeugen kann. Zu Gast waren hierzu Umut Cengil vom BDAJ Nordrhein-Westfalen und Simon Linder vom BDKJ (Bund der Deutschen Katholischen Jugend) Deutschland.

Schließlich ist man sich einig geworden: Mit extremistischer Politik und Populismus, die beide allzu oft menschenverachtende Haltungen erzeugen, ist der Gesellschaft nicht geholfen. Es ist Aufgabe der europäischen Jugend, sich gegen solche Äußerungen zu positionieren. Toleranz und ein gegenseitiges Kennenlernen sowie ein interreligiöser und interkultureller Dialog können Ängste abbauen, die extremistische Einstellungen fördern. Genau dies wird nun auch vor Ort in den einzelnen Ländern umgesetzt, indem an runden Tischen mit Verantwortlichen aus Politik, Religion und Gesellschaft darüber diskutiert wird.